Aus der wilden Oberpfalz - Alte Geschichten neu erzählt

Eine schön-schaurige Lesung von Agnes O. Eisenreich, musikalisch untermalt mit Schlagzeug, Dudelsack und Saxophon von Koma Lüderitz und Stefan Huber

Warum war es früher grauseliger als heute, einen Pudel zu küssen? Auch wenn damit ein toller Grafensohn erlöst wird? Und was ist eigentlich Rosoli, der früher in aller Munde war und sogar Tote zum Leben erwecken konnte?
Diese Fragen werden geklärt, wenn am 8. März 2019 Geschichten "Aus der wilden Oberpfalz" zum Besten gegeben werden.
Und früher war nicht nur das Leben ein bißchen härter, auch die Geschichten darüber sind es. Was Franz Xaver von Schönwerth - ein gebürtiger Amberger - im 19. Jahrhundert sammelte, ist noch heute lesens- und hörenswert. Viele Märchen, Sagen und Anekdoten aus der alten Oberpfalz sind heute nahezu vergessen, doch seit ein paar Jahren werden sie wieder belebt. Unter anderem von Agnes 0. Eisenreich als Erzählerin und Stefan Huber und Koma Lüderitz als Musiker.

Die Erzählungen aus alten Zeiten erscheinen nicht nur in so manchem erstaunlich aktuell. Sie unterhalten auch moderne Zuhörer immer noch aufs Beste. Und wer glaubt, er kenne doch die ein oder andere Geschichte aus den Märchensammlungen der Brüder Grimm, der wird ganz schnell eines Besseren belehrt: "Hänsel und Gretel" bietet in der Oberpfalz z.B. noch einige Überraschungen. Unbekannt aber höchst originell ist die haarsträubende Geschichte des armen Aferls, das viermal sterben musste, um endlich wirklich zur Ruhe zu kommen. Lachen, Schadenfreude, Verblüffung und Erschrecken liegen meistens ganz nah beieinander.

Schönwerth schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts alles akribisch auf, was ihm die oberpfälzer Dienstboten in München zutrugen oder er selbst bei Studienaufenthalten in verschiedenen Regionen der Oberpfalz erfuhr. Und: er beließ es weitgehend bei der ursprünglichen Erzählweise, sogar oft im Dialekt. Er bügelte nichts glatt oder schrieb poetische Reime in die Geschichten hinein, wie das seine Zeitgenossen, die Brüder Grimm, taten. Gerade das aber macht aus heutiger Sicht seine Sammlung so interessant und authentisch. Und es wird deutlich, dass die Erzählungen für Erwachsene gedacht waren.

Die drei Akteure sind allesamt Bühnenprofis: die Musiker Stefan Huber (Hemau) und Koma Lüderitz (München) spielen miteinander und durcheinander insgesamt mindestens zwölf Instrumente. Darunter so seltene wie die Autoharp, die Handharmonika, eine Darabouka, das Baritonsaxophon oder die Schäferpfeife, eine bestimmte Art Dudelsack. Ihnen entlocken sie wahrlich faszinierende Klangmalereien, die musikalisch die wunderbaren Sagen und Anekdoten weitererzählen.
Für den sprachlich-erzählerischen Part ist Agnes 0. Eisenreich zuständig. Sie war mehrere Jahre als Redakteurin und Moderatorin bei Oberpfalz TV in Amberg und ist jetzt als Redakteurin bei der Abendschau im Bayerischen Fernsehen beschäftigt. Schon einige Jahre hat sie sich mittlerweile auseinandergesetzt mit alten Sagen aus Ostbayern, die noch den Atem vergangener Zeiten spüren lassen. Und so streut sie in unter Lesung auch immer wieder Informationen zu Zeit und Menschen ein.
Das Leben und Denken der Menschen im 18. und 19. Jahrhundert, ihr schwerer Alltag, ihre Hoffnungen und Ängste werden daher sehr konkret und erfahrbar. Und so manche Geschichte, die durch die Brüder Grimm bekannt wurde, hat eine ganz eigene, raue Fassung in unserer altbayerischen Region. Der Ort des Auftritts könnte nicht besser passen: …..


Am 8. März 2019 wird um 19.30 Uhr im Spindlhof das Fenster in die Vergangenheit aufgestoßen.
"Aus der wilden Oberpfalz - Alte Geschichten neu erzählt: Eine schön-schaurige Lesung in allen Klangfarben" ist ein sagenhafter Abend ganz besonders für Erwachsene!

Die Akteure:

Koma Lüderitz: ein gebürtiger Braunschweiger, der zwischenzeitlich einige Jahre in München lebte und nun wieder in Berlin beheimatet ist. Bekannt wurde er als Bandmitglied bei den "17 Hippies", einer viel beschäftigten Berliner Folkband. Er ist musikalisch zwischen Punk-Folk-Volksmusik unterwegs. Festlegen auf einen Stil will er sich nicht, Hauptsache gute Musik. Er spielt diverse Instrumente in einer Bandbreite zwischen Dudelsack, Schlagzeug und Saxophon. Stefan Huber: ist als Pädagoge und Musiker an Schulen und auf Bühnen zuhause. Der Hemauer entwickelt, baut und verbessert nicht nur selbst Instrumente (Cajon, Autoharp, Elfenzither), sondern spielt auch in diversen Bands. Er ist nicht nur als Percussionist, sondern eigentlich als Multiinstrumentalist zwischen Diatonischer und Baßpedal tätig. Seit Jahren ist er Leiter der Umwelt-Musik-Werkstatt im Kloster Ensdorf und Lehrer an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Weiden und Regensburg. Koma Lüderitz und Stefan Huber treten auch zusammen abendfüllend als "Zweimannquartett" auf. Das Besondere: jeder spielt gleichzeitig 2 völlig verschiedene Instrumente. Und das soll ihnen erst mal einer nachmachen! So bringen sie Stimmung in Konzertabende, genauso wie in Geburtstagsparties oder schon mal in ein Kabarett-Zelt auf dem Tollwood in München. Agnes 0. Eisenreich: die studierte Fernsehjounalistin ist als Redakteurin bei der Abendschau des Bayerischen Fernsehens angestellt. Früher arbeitete sie u.a. als Reporterin und Moderatorin bei Oberpfalz TV in Amberg. Sie ist fasziniert von alten Geschichten, die die Urängste der Menschen in allen Zeiten, aber auch deren Lebensfreude und Bauernschläue widerspiegeln. Die Neugier auf alles Menschliche ist ihre Basis für die journalistische Arbeit des Geschichtenerzählens.

Datum Fr 08.03.2019, 19.30 Uhr
Ort Bildungshaus Schloss Spindlhof, Spindlhofstraße 23, 93128 Regenstauf
Gebühr ???
Veranstalter KEB Regensburg Land
Anmeldung Tel. 09402 94 77 25, Mail: info@keb-regensburg-land.de
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